"Was ist so schlimm am Lauschskandal von NSA & Co?"

"Was ist so schlimm daran? Sollen die doch alles aufzeichnen, ich hab eh nichts zu verbergen."

Das ist ein Satz der derzeit häufig fällt. NSA, BND, PRISM - es wird den Menschen viel darüber berichtet was alles mitgeschnitten wird und von wem und seit wann und wer mit wem zusammenarbeitet.
Was dabei aber untergeht ist, welche Auswirkungen kann das Speichern all dieser Daten, welche Gefahren ergeben sich und für wen? Darüber lese ich in den Medien derzeit viel zu wenig! Und deshalb verstehen viele Leute auch nicht worum es geht und schon fällt obiger Satz.
Um das ganze mal aufzudröseln anbei eine PRO und CONTRA-Liste der Schnüffelei:

CONTRA
  1. Nicht das Mitlesen, das Umschreiben ist die größte Gefahr: Über ihre fortgeschrittene Technik können Geheimdienste womöglich Daten umschreiben - und das auf allen Rechnern auf die sie auch lesend zugriff haben. Heißt: Wenn ein Mitarbeiter der NSA etwas vertuschen will, was ihm oder seinem Geheimdienst misslungen ist, löscht oder fälscht er Beweise. Wenn er jemandem etwas auswischen will, schiebt er ihm was unter. Wenn sich gar ein unautorisierter / krimineller den Zugriff auf einen NSA-Rechner erschleicht / sich reinhackt, kann auch er/sie diese Macht ausüben, alles umzuschreiben was ihm / ihr passt.
  2. Zusätzliche Angriffsfläche für Kriminelle: Was die Geheimdienste speichern, liegt auf gewöhnlichen Festplatten in Rechenzentren, die mit dem Netz verbunden sind. Ein Zugriff Unautorisierter kann aufgrund von Sicherheitslücken in Soft- und Hardware nie ausgeschlossen werden. Es ergibt sich eine neue Angriffsmöglichkeit für Kriminelle, um Informationen wie Passwörter, Kontodaten, Lagepläne, Waffenpläne etc. abzugreifen, wenn es ihnen nicht gar gelingt Daten umzuschreiben wie oben beschrieben.
  3. Einschränkung von Meinungs- und Versammlungsfreiheit: Wer das Gefühl hat abgehört zu werden traut sich eher weniger seine Meinung klar und deutlich zu äußern - das trifft insbesondere den Berufskreis der Journalisten sowie Politik- und Wirtschaftskritiker im allgemeinen
  4. Falsch-Verurteilung und Vor-Verurteilung: Menschen die anscheinend z.B. einen Anschlag planen werden womöglich verurteilt, bevor sie sich strafbar gemacht haben. Es gab sogar schon Fern-Hinrichtungen über Kampfdrohnen durch die potenzielle Terroristen "unschädlich" gemacht wurden. So ist die Verurteilung von völlig Unschuldigen auf lange Sicht vorprogrammiert, allein durch die Fehlinterpretation der gesammelten Daten.
Insgesamt leidet überwiegend die Wahrheit.
Es gewinnt die Sicherheit. Wieviel und ob ausreichend sei dahingestellt.

PRO
  1. Verbrechens-Prävention: So klein der Anteil der aufgeklärten Verbrechen durch die Datensammlung sein mag, auch die Verhinderung nur eines Anschlags / Verbrechens ist ganz klar ein Vorteil.
  2. Zusammenarbeit verschiedener Geheimdienste: Sollen sie doch! Ich bitte sogar darum! Wenn sie schon alle Daten sammeln wollen, dann sollen sie das bloß nicht alle doppelt und dreifach machen - das wäre noch teurer! Und wenn der BND nicht gezwungen ist auch alles irgendwo zu speichern, sondern sich bequem die benötigten Datenpäckchen bei der NSA bestellen kann, dann haben Kriminelle eine Angriffsfläche weniger. Sie müssen dann schon den Datenspeicher der NSA knacken. Generell bin ich ja eher für Dezentralisierung, aber solange wir davon ausgehen, dass bei den Geheimdiensten überwiegend gute Menschen arbeiten ist die Zusammenarbeit ein PRO. Wer jedoch den Glauben an das Gute im NSA-Menschen verloren hat und meint, dass sind alles Kriminelle (außer Snowden), der sortiere dies bei CONTRA ein.


Mehr PRO fällt mir grad nicht ein - Euch?
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"You can fool all the people some of the time, and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time."


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Eintrag vor 273 Tagen von Tom abgelegt
in kritisiert am 24. Juli 13



Eine wirklich runde Sache: Critical Mass

Fahrradfahren in Hamburg kann soviel Spaß machen, wenn Schlaglöchern und dem vielfach verbreiteten Dauerwechselbelag der Radwege mit seinen nervigen Huppeln alle 3 Meter ausgewichen werden kann. Das geht hierzulande nur auf der Straße und hat bei Bombenwetter mit gut 2200 anderen Radfahrern echtes Festival-Feeling verbreitet. Motto bei der Critical Mass gestern am 30.5. war passend die Love Parade. Überall im Tross verbreiteten die meist eigens konstruierten BoomBoxen geschmackvolle bis trashige Technomusik und ein knapp 3-stündiges gutgelauntes Dauergrinsen auf den Gesichtern der Radfahrer. Mehr davon jeden letzten Freitag im Monat zwischen 18 und 19 Uhr - auch in vielen anderen Städten. Der Treffpunkt wird [hier] bekanntgegeben. Fotos gibt es [hier].

 

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Eintrag vor 326 Tagen von Tom abgelegt
in kritisiert am 01. Juni 13



Wer baut Waffen?

Aus aktuellem Anlass [Samsung für Schmähpreis nominiert] und [Samsung gegen Gewerkschaften] und [Krebsstoffe und Unterdrückung bei Samsung] (was bei Apple, Intel, LG & Co wenig anders sein dürfte) hab ich diese alte Recherche zu Samsung & Kollegen nochmal aus dem Archiv gegrabbelt. Dass Samsung Waffen produziert, find ich nochmal ne ganze Nummer härter als die Vergehen in obigen News. Wär schön gewesen, wenn das im diesem Zusammenhang von den Medien zumindest nochmal erwähnt worden wäre..., das könnt evtl was bewegen. Selbst Siemens hat wegen schlechter Publicity seine [Waffenproduktion] und [indirekte Beteiligungen] verkauft. Das schafft die Waffen nicht aus der Welt, verhindert aber eine ungewollte Querfinanzierung durch den ahnungslosen Konsumenten...


Als ich vor ein paar Wochen erstmals davon las, dass [Samsung auch Waffen produziert], kam ich ins grübeln welche Firmen noch Waffen investieren und welche ich davon durch meine Einkäufe unfreiwillig unterstütze.
Meine Recherchen ergaben, dass die waffenproduzierenden Firmen mit denen Otto-Normalverbraucher über Konsumgüter in Berührung kommt, überwiegend in der Auto- und Flugzeugindustrie tätig sind. Außer Samsung ist bei den Elektronik-Herstellern kein großer Name dabei, der direkt selbst Waffen produziert. Natürlich werden etliche Elektronikfirmen den Waffenproduzenten auch Teile liefern, aber dieses Netzwerk zu durchschauen spare ich mir für die nächsten Ferien auf...

Anbei also die Liste der Firmen und Marken, die im Waffenbusiness unmittelbar und ganz groß tätig sind. Leider ist mit Daimler (Mercedes) auch ein großer Bus-Bauer dabei...ich muss wohl noch mehr Fahrrad fahren. Und sogar Kinogänge in Filme von Universal müssten eingeschränkt werden, sowie das Fahrstuhl fahren, wenn ThyssenKrupp drauf steht; außerdem Mitfahrgelegenheiten die überwiegend Bahn-fahrend geschehen sollten. Fliegen war wegen CO2 eh schon total out und stehen jetzt auch noch mit Waffenfabrikanten in Verbindung. Da wird der Alltag kompliziert, wenn man das alles beachtet.
  • Boeing (Flugzeuge)
  • Daewoo (Autos)
  • EADS (Daimler-Autos, LKW und Busse von Mercedes, Maybach und Smart, Airbus-Flugzeuge, Helikopter, McLaren Formel 1 Rennwagen)
  • General Electric (NBC Nachrichtengruppe, Universal Filme etc.)
  • Honeywell (Autos von Chevrolet, Pontiac)
  • Hyundai (Autos)
  • Rheinmetall (Autoteile)
  • Rolls-Royce (Autos, Flugzeugtriebwerke)
  • Saab (Autos, Flugzeuge)
  • Samsung (Elektronik)
  • Tata (Autos, Telekommunikation, Hotels etc. überwiegend in Indien)
  • Thyssenkrupp (Blohm+Voss, Schiffe, Fahrstühle etc.)
  • Tupolev (Flugzeuge)
  • United Technologies (Klimaanlagen, Heizungen und Kühlschränke von Carrier, Linde uvm., Flugzeuge, Hubschrauber, Fahrstühle)

In Klammern nur das womit Otto-Normalverbraucher womöglich in Berührung kommt. Natürlich gibt es noch viele weitere Waffenproduzenten, aber die stellen keine Konsumgüter her. Evtl. finanziert sie aber der ein oder andere über seine Lebensversicherung oder seine Riester-Rente quer. Da hilft nur ein Nachfragen bei der Bank des Grauens - ups tschuldigung - des Vertrauens.

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Eintrag vor 622 Tagen von Tom abgelegt
in kritisiert am 09. August 12



Street Art: Neue Videos von Max Zorn (updated)

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Eintrag vor 714 Tagen von Tom abgelegt
in kritisiert am 09. Mai 12



Gedenktafel bei Schreibers Ex-Zaun

Ein Edding-beschriebenes Pappschild sagt:
Es gibt kein arm ohne reich, kein reich ohne arm, aber es ist Zeit den Armen etwas zurückzugeben.

Es steht auf dem Platz unter der Brücke beim ehemaligen "Schreiber-Zaun".

Der sog. Schreiber-Zaun stand noch vor wenigen Tagen brandneu unter der U-Bahnbrücke zwischen Reeperbahn 1 und S-Bahn Landungsbrücke.
Er hinderte Obdachlose daran, dort zu schlafen.
Der Zaun-Verantwortliche und Bezirksleiter von Hamburg-Mitte, Schreiber, musste ihn aufgrund vielseitiger Kritik - zurecht - wieder abbauen lassen.

Hätte er das Geld mal in Einrichtungen gesteckt, welche Obdachlosen hilft, von der Straße wegzukommen. Aber ein so weitsichtiges, soziales Projekt, ist natürlich viel viel teurer und aufwendiger, als Obdachlose in einen Nachbarbezirk abzudrängen, wo dann auch wieder Zäune gebaut werden, um sie noch weiter zu verdrängen, bis die Obdachlosen in eine andere Stadt ziehen, wo dann wieder Zäune gebaut werden, bis sie in ein anderes Land ziehen, wo dann wieder Zäune gebaut werden, bis dann irgendwann jeder vor Wind und Wetter geschützte Platz auf diesem verdammten Planeten eingezäunt ist! Verdammte Kacke!

Danke Herr Schreiber, dass Sie uns den Sinn des Zäune Bauens nochmal so plastisch vor Augen geführt haben.

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Eintrag vor 931 Tagen von Tom abgelegt
in kritisiert am 05. Oktober 11



Charly Chaplin und Anonymous

Eine beeindruckende Rede - aber steckt was dahinter?

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Eintrag vor 1009 Tagen von Tom abgelegt
in kritisiert am 19. Juli 11



Atomblog

Fuck! Fokushima! Hätte nicht gedacht, dass mein Atomlogo nochmal so aktuell werden würde.
  • Strahlungskarte aus verschiedenen Netzen von unabhängigen Geigerzählern. Die Einheit μSv / h heißt Mikrosievert pro Stunde und ein Wert von 0.16 ist normal. [Strahlungskarte]
  • live-TV in englisch aus Japan: [öffentlich-rechtlicher Sender NHK]
  • Seite der ["leading news agency in Japan"] Dank für den Link an Alex.
  • Außerdem eine Liste aller Erdbeben in Japan der letzten Tage. Die Anzahl der Nachbeben ist erstaunlich, alles ab Stärke 5 führt bei anfälligen Gebäuden zu ernsten Schäden, ab 6 können auch robuste Gebäude Schaden nehmen. [Erdbebenliste]
Näheres zur damaligen Idee meines Blog-Logos in Ergänzung der »» TomBlog-Info-Seite:
Das Logo ist inhaltlicht zynisch-ironisch im politisch-wissenschaftskritischen Sinne zu verstehen. Zur Verantwortungslosigkeit der Wissenschaft ein Zitat aus dem Buch "Heller als tausend Sonnen - Das Schicksal der Atomforscher" (1956) von Robert Jungk, dass sich meiner Meinung nach zu einem gewissen Grad auch auf die zivile Nutzung der Kernspaltung und das Ignorieren ihrer potenziellen Konsequenzen übertragen lässt. Entsprechend habe ich das Zitat [ergänzt]:
[...] ich begegnete, [...] der bei zahlreichen Wissenschaftlern vorherrschenden Einstellung, die private, die menschliche Geschichte der Wissenschaftler sei doch eigentlich unwichtig. Was zähle, sei nur ihre objektive Leistung. [Doch ...] der Wissenschaftler, der meint, daß er - oder seine Kollegen - nichts anderes sei als ein "Werkzeug der Erkenntnis", dessen persönlicher Charakter, dessen Ambitionen [...] "nichts bedeuteten", denkt in Wahrheit unwissenschaftlich. Denn er ignoriert einen wichtigen [...] Teil des wissenschaftlichen Experimentes, nämlich sich selbst, oder glaubt, ihn willkürlich ausschalten zu können.
Nur durch diese [...] Loslösung der [...] Forschungsarbeit von der Wirklichkeit des einzelnen Menschen konnten ja überhaupt Monstren wie die Atombomben [AKWs] entstehen. Für immer wird [...] mir das Bild jenes genialen Mathematikers eingebrannt bleiben [...]. Auf seinem Gesicht standt ein Lächeln von beinahe engelhafter Schönheit. Man konnte denken, er habe den inneren Blick auf eine Welt der Harmonien gerichtet. In Wahrheit aber hatte er, wie ich später von ihm hörte, über ein mathematisches Problem nachgedacht, dessen Lösung für die Herstellung eines neuen Typs der "Höllenbombe" [noch sichereren AKWs] unerlässlich war.
[...] er hatte noch nie einer Versuchsexplosion [...] beigewohnt [ein AKW besucht]. Niemals hatte er Hiroshima oder Nagasaki [Tschernobyl oder Fukushima] besucht, obwohl man ihn dazu eingeladen hatte. Ja, sogar die Bilder der dort angerichteten Zerstörungen wollte er nicht sehen. Für ihn war Kernwaffenforschung [Reaktorforschung] nur höhere Mathematik geblieben, unbefleckt von Blut [...]. Denn "all das" - so meinte er - ginge ihn doch eigentlich gar nichts an.


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Eintrag vor 1121 Tagen von Tom abgelegt
in kritisiert am 29. März 11



Meinung: Internet als Protestbremse

Vielfach las ich dieser Tage, dass trotz Internetabschaltung in Ägypten und nun auch Lybien die Proteste weitergehen oder gar zunehmen. Dahinter steckt die weit verbreitete und durchaus verständliche Annahme, dass die Kommunikation und damit die Organisation der Proteste über die sozialen Netze Facebook, Twitter & Co. gebündelt und vereinfacht wird. Was aber, wenn genau dieser Internetaktivismus viele davon abhält am Ende tatsächlich auf die Straße zu gehen, weil es so bequem ist von zu Hause aus übers Netz zu protestieren? Und was wenn die Abschaltung des Internets genau jenes bequeme "aktivisteln" von hinterm Monitor abstellt und somit mehr Leute auf die Straße bringt als mit Internet? Weil sie sich anrufen, direkt absprechen und noch aufgebrachter sind, weil ihnen das Internet verboten wird.

So betrachtet, mag man das Internet als Ansammeln von Feuerholz betrachten, die Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit als zündenden Funken und das Abschalten von Kommunikationskanälen nicht als Wasser sondern Öl ins bereits lodernde Feuer.

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Eintrag vor 1157 Tagen von Tom abgelegt
in kritisiert am 21. Februar 11



Freiheit und Wahrheit

Arabien für die Freiheit!
Wikileaks für die Wahrheit!
Davon will ich mehr!!

yeah

Anbei die Doku Wikirebels:


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Eintrag vor 1163 Tagen von Tom abgelegt
in kritisiert am 15. Februar 11



Hamburg darf nicht sterben: Die Partei



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Eintrag vor 1177 Tagen von Tom abgelegt
in kritisiert am 01. Februar 11



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schne rauf