Zum übergeordneten Ressort
»» getextet gehören thematisch auch:
-
die Ressorts »»gewusst und »»verdient mit wissenschaftlichen und redaktionellen Texten (für Online- und Print-Medien sowie die »» Uni)
Tatsächlich in 'getextet' abgelegt, sind u. a. die Projekte:
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[betterplace.org...einen-neuanfang-schenken-leben-ohne-drogen]
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EIN NEUES ZENTRUM ENTSTEHT MIT SPENDEN AUS DEUTSCHLAND UND BRASILIEN
Es ist ein Kraftakt, der ihm an einigen Tagen an die Gesundheit geht.
Innerhalb von wenigen Monaten musste Projektleiter Flávio ein neues
Drogenrehabilitationszentrum aus dem Boden stampfen. Sein Vermieter
wollte das Haus zurück, in dem der 50-jährige Brasilianer seit drei
Jahren das Leben von drogenkranken Menschen und ihren Familien rettet.
Ohne geeignetes Mietobjekt stand die Arbeit des erfolgreichen Projektes
auf dem Spiel.
Flávio entschied sich für den Bau eines eigenen Zentrums. Er wollte frei
sein von steigenden Mieten und ständiger Unsicherheit. Und er hat es
geschafft Auf einem gespendeten Grundstück wurden inzwischen erste Räume
hochgezogen. „Dieses Zentrum wird Menschen auch dann noch helfen, wenn
ich schon lange tot bin“, sagt Flávio am Telefon.
Der erste Teil des Gebäudes wird bereits genutzt - alles dank Spenden
aus Deutschland und Brasilien. Sogar die Patienten des Casa Dia halfen.
Sie säuberten das Grundstück und produzierten Ziegelsteine.
In kürzester Zeit hat Projektleiter Flavio Unglaubliches geleistet.
Dabei machte er auch vor persönlichen Einschnitten nicht halt. Der
Verdienst seiner kleinen Pension, eine Uhrensammlung und Erspartes
flossen in den Bau des neuen Zentrums. Sogar einen Kredit nahm er auf.
Für diesen mutigen Mann bitte ich weiter um Unterstützung. Es fehlen
Betten, Matratzen, Farbe und Ziegel. Im Juli überweisen wir die nächste
Spendensammlung an das Casa Dia. Jeder Cent ist wichtig und hilft.
Es grüßen
Steffi und Flávio per Telefon
Spenden: Susila Dharma - Soziale Dienste e. V., Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 251 205 10, Konto 7464000, Verwendungszweck: BRASILIEN
Info:
[betterplace.org...einen-neuanfang-schenken-leben-ohne-drogen]
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(Start: 09.2005)
Hier gibts meine Lieblingsworte und ihre Synonyme in einer Wühlkiste. In dem Maße, in dem sie wächst, wächst auch TomBlog. Nebenbei nutze ich die Wortschatzkiste oder auch Wortwühlkiste in Verbindung mit der
[Synonymsuche des OpenThesaurus] für meine Schreibe.
kürzlich eingearbeitete Neuzugänge
-
Stutenbissigkeit [Sozialverhalten der Leitstute, Rivalität/Neid/Eifersucht unter Frauen]
-
Scharlatan [Bauernfänger, Betrüger, Ganove, Gauner, Nepper, Schwindler, Kurpfuscher, Quacksalber]
-
aufpäppeln [betreuen, pflegen, Fürsorge angedeihen lassen, gut behandeln, hüten, hätscheln, sich kümmern um, sorgen für, umhegen, umsorgen, unterhalten, versorgen, behandeln]
-
Bredouille [ausweglose Situation, Dilemma, Klemme, Schwulität (ugs.), Verlegenheit, Zwangslage, Zwickmühle, zwischen Szylla und Charybdis]
zu den Worten
»» Ausrufe und Sonstiges
»» Verben
»» Adjektive und Adverben
»» Substantive
»» zusammen-gesetzte Substantive
»» Kosenamen
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Den Startschuss für die neue Generation des Grafgeo-Magazins lieferten Malte und Simon Anfang 2005. Nach einigen Jahren ohne Instituts-Zeitschrift setzten die beiden den Grundstein und veröffentlichten den ersten neuen Grafgeo unter Berücksichtigung der Chronologie unter der laufenden Nummer 5. Ich griff diese großartige Idee auf und engagierte mich für Ausgabe 6, für die ich zusammen mit Malte unter herben Anstrengungen weitere Autoren werben konnte. Von da an wurde die Postille immer dicker und dicker und wuchs zu einem kleinen Magazin heran.
Der Grafgeo ist das Magazin für alle Studenten und Mitarbeiter des Instituts Geographie, herausgegeben vom Fachschaftsrat der Geographie, in dem ich aktiv bin. Als Heftbauer und Chefredakteur präsentieren Janne Kieselbach und ich Euch jetzt die aktuelle elfte Ausgabe - ein Auslands-Spezial. Auf immerhin noch 32 Seiten (Vorsemester 36) findet Ihr 10 Erzählungen von Erasmus- und Privatgereisten und einiges mehr! Die gedruckte Ausgabe kommt nach Pfingsten, aber wer die Fotos in anständiger Qualität und farbig möchte greift eh zur Online-Ausgabe. Viel Spaß beim Lesen!
Inhaltsverzeichnis:
Internationale Köstlichkeiten
Titelbild:
aufgenommen in Winchester (WC), Englands früherer Hauptstadt
FSR und StudiZ
Studis für Studis (3/4)
Jelenas Genf
Erasmus in den Bergen (4)
Kränklich
indische Spezialitäten (7)
Thomas K's Alcalá
Feuerzangenbowle für Quichote (8)
Erasmus
Was kommt da auf mich zu? (10)
Pascals Kommentar
Erasmus ist großartig!?! (11)
Nienkes Orléans
Zwischen Streik und Rügbie (12)
Thomas K's Joberfahrungen
SchuhSpezialKraft (15)
Jannes Brief an Southampton
Cheers, mates! (16)
Interview Rettberg
Von Nomaden, Dissertationen & Raum „zum Anfassen“ (19)
Ulis Ghana
Im Trotro zu den illegalen Goldgräbern (22)
Ulrichs Ghana
Mike, Osama und Mohammed (25)
Thomas P's Madrid
Bestochenen Herzens (29)
Maltes Bilderrätsel (32)
Impressum (32)
Inhaltsverzeichnis:
Es wird immer mehr
FSR und StudiZ: Studis für Studis (Seite 5)
Praktikum: Behörde niemals!
Deshalb erst recht (6)
Satire: CO2 ist ein Arschloch (8)
Nebenfachwerbung: Biogeochemie (8)
Praktikum: Simons Kirgistan (9)
Im Interview:
Prof. Ratter und Dr. Dröge (11)
Im Interview:
Dr. Waibel und Christian Wuttke (15)
Unibürokratie: Ein Wintermärchen (19)
Erasmus ist großartig – aber er
war ja auch kein Franzose! (21)
Scrabble: Lotte und Horst (22)
Kapstadt : housing (24)
Denkt nach! „¡Sólo 14 dólares!“ (28)
Klassiker: El Niños Einfluss
auf die Hurrikanaktivität (30)
Geographentag:
2.000 Geographen in Bayreuth (31)
BuFaTa: Endlich wieder eine
Bundesfachschaftstagung! (32)
Witze: Chuck Norris, Texas Ranger (33)
Studiengebühren: Boykott 2007 (34)
Maltes Bilderrätsel (35)
Impressum (35)
Inhaltsverzeichnis:
Viel hilft viel
Editorial (Seite 1)
Instituts-Interna (3)
StudiVZ: Vom Gruscheln besessen (3)
Prof. Böhner über ICE-Sucht,
St. Pauli und Precision Farming (5)
Janne im
Prüfungsamt (9)
Tom ruft auf (10)
Toms
Klimawandel-Kommentar (10)
Thomas' Polen (13)
Studiengebühren boykottieren (16)
VHS-Sprachkurse (18)
Thomas' Jakobsweg (18)
Jannes Survival-Tipps (20)
Couchsurfer (21)
Maltes Istanbul (22)
Großmuttis Eck mit Rezepten
und Rummelpott-Leedern (24)
Semesterstart mit Hindernissen (26)
Maltes Bilderrätsel (27)
Impressum (27)
Infos zur Geo-Fahrt SoSe 2007 (28)
Inhaltsverzeichnis:
Viel hilft viel
Editorial (Seite 1)
Gesines
WM-Nachruf (3)
Die Kurznachrichten (4)
Der
Treibhauseffekt (5)
Studienbed. für Lehrämter (6)
Kostenlose Fremdsprachenkurse (7)
Janpeters Ghana (8)
STiNE: Ein Herbstdrama (10)
Christians Ciao Ragazzi (10)
Geographen im Beruf (12)
Studiengebührengeflüster (14)
Evaluation mit
MeinProf.de (15)
„Haste mal 500 Mark?“ (16)
Toms Fischbrötchen (16)
Uli am Ende der Welt (17)
Im Netz (19)
Martjes Venezuela (20)
Maltes Bilderrätsel (23)
Impressum (23)
Inhaltsverzeichnis: Alles ist drin!
Editorial (Seite 1)
Kurznachrichten (1)
Neue Lehrkräfte vorgestellt:
Interview mit Prof. Parnreiter (2)
Annes Erfahrungsbericht aus dem
Seminar von Prof. Parnreiter (3)
Toms Uni-versum:
Prioritäten der Stadt Hamburg (4)
Jannes Erlebnisbericht: Euer Recht
in der Bibliothek der Juristen (5)
Christian erklärt HospitalityClub:
Bringing people together (6)
Geo-Fahrt-Geschichten (7)
Proteste: Almut gibt Einblicke (10)
Maltes Bilderrätsel (11)
Impressum (11)
Schnell zur Geo-Fahrt SoSe 2006 (12)
Inhaltsverzeichnis: Weniger ist mehr
Editorial (Seite 1)
Kurznachrichten (1|2)
Aus Maltes Serie: Mein Leben als Mensch - Hinschmeißen oder doch
in den FSR eintreten? (2)
Toms Aufzugfahrt im Geomatikum:
Schokolade vom Mars (3|4)
Jans Gedanken zum Niveau:
Ein Plädoyer für Motivation (4|5)
European
GEography
Association:
Sarah erklärt EGEA (6)
Bilderrätsel (7)
Proteste (7)
Impressum (7)
Infos zur Geo-Fahrt WS 05|06 (8)
Inhaltsverzeichnis:
Navigation
Editorial (Seite 1)
Olds & News (1)
Ein geographischer Hilferuf (1)
Interview mit Prof. Udo Schickoff (2)
Termine (3)
Impressum (3)
Bilderrätsel (3)
Infos zur Geo-Fahrt SS05 (4)
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Klimawissenschaft und Medien
– Podiumsdiskussion am 3. April mit Klima- und Medienexperten am Geomatikum in Hamburg
Hamburg, 3. April 2008 -
Welche Rolle spielt ein Klimaforscher heute in der Öffentlichkeit? Wen kann er beeinflussen, was darf er sagen? Wie sollte er mit seinen Forschungsergebnissen umgehen?
All diese Fragen sollen am Donnerstag, dem 3. April um 18.30 Uhr auf der Podiumsdiskussion "Klimawissenschaft in der Öffentlichkeit - Welche Rolle spielt der Forscher?" debatiert werden. Der Eintritt ist frei!
Die für jeden und jede offene Runde ist dabei exklusiv besetzt. Teilnehmer sind die anerkannten Klimaexperten Professor von Storch (GKSS) und Professor Claußen (MPI), der kurzfristig für den in Madrid feststeckenden Prof. Hasselmann einspringen konnte. Außerdem dabei sind Professorin Neverla, Expertin für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Hamburg und Axel Bojanowski, freier Redakteur u. a. von DIE ZEIT. Austragungsort des Wortgefechts wird eine Arena sein, wie sie wissenschaftlicher kaum sein könnte: Der HörSaal 1 im Geomatikum der Uni Hamburg, Erdgeschoss, Bundesstraße 55 – das Zentrum der Natur- und Geowissenschaften in Hamburg.
Die pikanten Fragen stellt eine Stunde lang Spiegel-Online-Redakteur Markus Becker. Danach ist das Publikum aufgefordert, die Teilnehmer weiter zu löchern:
Was sollte ein Klimawissenschaftler wann veröffentlichen und in welcher Form? Sollte er von Medien, die seine Ergebnisse verzerrt veröffentlichen, Richtigstellungen erstreiten? Darf sich ein Klimawissenschaftler aufgrund seiner Forschungsergebnisse dazu hinreißen lassen, politisch relevante Aussagen zu machen? Oder warum sollte er dies gerade nicht tun? Sollt er Politik lenken?
Wir wollen über die Situation sprechen, in der sich die Person "Klimaforscher" heute befindet, im Spannungsfeld von Medien, Politik und Öffentlichkeit.
Wir, die Veranstalter der Podiumsdiskussion, sind die klima-engagierten Meteorologiestudenten Malte Riek, Jörn Callies, Sebastian Schirber, Andreas Miller, David Bröhan, Alexander Beitsch, Thomas Langkamp und Sebastian Bathiany –
[klimafreunde.blogspot.com] - klimafreunde@gmail.com
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Merke
-
Sinn macht man nicht - etwas ist sinnvoll, aber Sinn sucht, findet, erkennt, versteht oder hat man. Sinn lässt sich nicht erschaffen, er ist da oder nicht.
- Wer etwas realisiert, der verwirklicht etwas, aber er begreift, versteht oder bemerkt es nicht ...
- jemand erinnert sich an etwas, er erinnert nicht etwas
- jemand macht es sich bequem, jemand der bequem ist oder sich gar bequem fühlt, der ist faul
- man ruft jemanden wieder an, man ruft jemanden nicht zurück (außer vielleicht den Hund, oder fehlerhafte Produkte)
- es heißt im Jahr 2005 oder einfach 2005, nicht in 2005
- Rucksack heißt auch auf englisch rucksack
-
übersetze vital nicht mit vital, sondern mit maßgeblich,
-
body bags nicht mit handtasche, sondern mit Leichensack,
-
order of magnitude nicht mit infolge der Erdbebenstärke sondern mit der (mathematischen) Größenordnung,
-
tractor-trailer nicht mit Traktor, sondern mit Sattelzug,
-
rocket propelled grenade nicht mit propellerbetriebene..., sondern mit Panzerfaust,
-
mobile radios nicht mit mobile Radios sondern mit Funkgeräten,
-
gun nicht mit revolver, sondern gewehr oder pistole,
-
gun cotton nicht mit kanonenwatte, sondern mit schießbaumwolle.
to be continued...
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[Gestartet im Oktober 2004 |
letzter Stand 27. September 2007]
(1) Überschrift zuerst:
Die Idee für die Überschrift sollte zuerst da sein (nicht unbedingt die exakte Ausformulierung). Über die Idee lassen sich die anderen Elemente und der Text gestalten. Alle sind aufeinander abgestimmt und wiederholen sich inhaltlich möglichst wenig.
(2) Stilfrage:
Soll die Überschrift nachrichtlich (wie Bild und FAZ) oder feuiletonistisch sein (wie taz und Süddeutsche).
Die Entscheidung für einen der beiden Stile wirkt sich auf alle weiteren Elemente und den Text aus. Beispiel: Der Text darf nicht plötzlich nüchtern klingen, wenn die Überschrift ein Schmunzeln hervorruft (Produktenttäuschung).
(3) Doppelte Ebene:
Wie kann ich eine zweite Ebene in die Überschrift einbringen? Es lohnt sich lange zu überlegen. Bild und taz verwenden in Redaktionskonferenzen teilweise Stunden, um die perfekte Überschrift zu finden. Sie ist wie die Verpackung für das Wichtige des Textes.
Zweideutigkeit muss nicht humoristisch sein: „Krieg soll Gaza befrieden“ hat zum Beispiel neben der rein nachrichtlichen eine polit-kritische Ebene – Frieden durch Krieg? Eine der beiden Ebenen kann der erste Knotenpunkt des roten Fadens sein. Man muss in jedem Fall darauf achten nicht unfreiwillig komisch zu klingen.
(4) Eindeutigkeit:
Die Überschrift muss alleine stehen können. Jeder Leser (auch jemand ohne Deutsch als Muttersprache) muss mindestens die rein nachrichtliche Ebene verstehen können. Und die Idee für die Überschrift muss sich auf den Inhalt des Textes beziehen, ihn Eindeutig markieren und seine wichtigste Aussage / Neuigkeit aufgreifen.
(5) Spannungsbogen:
Der Teaser muss am Ende einen Spannungsbogen haben, der in den szenischen Einstieg des Textes zieht (Notlösungen / Taschenspieler-Tricks sind „ ... das lesen Sie auf Seite 14“, „neu“ und „nicht nur“). Der Bogen kann provokannt oder neugierig machend sein. Optimaler Weise wird er im Text nach jedem Absatz neu gespannt.
(6) Klammer von Titel bis Portal:
Titel, Teaser, Bildunterschrift und szenischer Einstieg ziehen den Leser gemeinsam in den Text. Jedes dieser Elemente beleuchtet das Thema aus einer eigenen Perspektive. Der szenische Einstieg endet mit dem „Portal“. Das Portal bildet den Übergang zur wichtigsten Nachricht des Textes und gleichzeitig den Einstieg in die ersten harten Fakten. Das Poral schließt damit die Klammer, die sich mit der Überschrift öffnete. Das Portal ist die erste Stelle im Text an der dem Leser wieder klar wird, was das Hauptthema des Textes ist. Vorher wird das natürlich schon mit der Überschrift geleistet.
(7) Rahmenbedingungen (R's) und Ästethikregeln (Ä's):
Welche Ä's für Titel, Teaser, Bildunterschrift und Einstieg eingesetzt werden können hängt von den R's ab:
- Vorgesetzte,
- Zeit,
- Art der Nachricht,
- eigene (momentane) Leistungsfähigkeit ...
Einige Ä's gibt es hier:
»» Sprach-Projekt: Pits Ästhetikregeln
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(Start: 10.2004)
Pit Gotschalk, Chefredakteur der Sportbild, hat einer jungen Meute wissbegieriger Volontäre seine Ästhetikregeln für gutes Deutsch verraten. Die Meute saß im Oktober 2004 wissbegierig hechelnd aber nicht sabbernd in einem gemütlichen Seminarraum in Leienfelden-Echterdingen (Stetten).
Da Pit nicht Alleinherrscher der deutschen Schreiberszene ist, findet die Liste laufend Modifikationen sowie Ergänzungen aus Literatur* und Erfahrung. Neue Regeln füge ich oben an.
Man darf die Regeln aber nicht dogmatisch anwenden; für alles gibt es Ausnahmen.
An erster Stelle steht eine im September 2005 formulierte Regel
-
Sei zuerst Strukturverliebt, dann Satzverliebt und als letztes Wortverliebt. Bleibe bei aller Verliebtheit jederzeit bereit, alles über den Haufen zu werfen und von vorne anzufangen.
Auch gut zu wissen:
»» "Womit Leser gewinnen? Überlegungen vor dem Lostexten"
Vermeide
- Smileys, Anführungsstriche und andere Hilfsmittel, die Ironie und Emotionen kennzeichnen sollen. Benötigt man solche Hilfsmittel, damit klar wird, was ausgedrückt werden soll, ist nur eines klar: Es ist schlecht geschrieben.
- dieser, jener, solcher, welcher, folgender, derselbe, selbiger, derjenige, letzterer, ersterer. Das ist alles furchtbar schwerfällig und führt zu Lesesprüngen. Es spricht auch niemand so.
- aber, dennoch, doch, noch, (ob)wohl, trotz(dem) und verwandte Worte in Kombination mit 'nicht'. Sie haben einen negativen Ton. Man erwartet, dass auf diese Worte eine verneinende Aussage folgt, was nicht immer der Fall oder beabsichtigt ist. Meist kann man sie einfach weglassen, ohne dass Sinn verloren geht.
- Ich will ja auch halt nur eben schon noch etwas kurz mal erst einmal vielleicht überhaupt gar nicht nichts aussagen. 15 Füllworte, die in den meisten Kontexten nichts aussagen und deshalb zu streichen sind.
- Vermeide das Appendix -bereich
- Anscheinend (etwas ist wirklich passiert) und scheinbar (etwas ist nicht wirklich passiert) wollen richtig unterschieden werden.
- *** Suffixe: mit -ler, -bar und -fähig sparen, Protestler, SPDler und Widerständler sind oft ungewollte Verniedlichungen. Lieber -lich oder -abel anhängen.
Positiv-Beispiele: unerklärlich, leserlich, erträglich, käuflich, unermesslich, reparabel
Negativ-Beispiele: unerklärbar, lesbar, ertragbar, kaufbar, unermessbar, reparierbar
- Vermeide Substantiv-"ierungen"
- Verwende nicht zuviele Synonyme für ein und dasselbe
- Umgangssprachliche Ausdrücke wie pur, total, schmeißen und kriegen vermeiden. (richtig sind werfen und bekommen)
- Die Präposition 'durch' öfter mittels(!) anderer Präpositionen ersetzen.
richtig, nicht falsch
- dieses Jahres, nicht diesen Jahres
- unterirdischer Bunker oder Höhle, nicht Erdloch (populäres Beispiel war das Auffinden Saddam Husseins in einem 'Erdloch')
- Schwerste Überschwemmung bisher, nicht Jahrhundertflut. Wer weiß schon, was noch kommt!
- First Lady ist immer die vom Präsidenten, bei uns vom Bundespräsidenten (z.B. Frau Rau und nicht Doris Schröder Köpf)
- Nur Grundfarben können gebeugt und gesteigert werden. Rosa, orange und Co. nicht. Alternativ wird es ein 'orangefarbenes Kleid'.
- "als" beim Komparativ (Unterschiedlichem) und "wie" beim Positiv (Ähnlichem)
Im Seminar des JBB** ging es hauptsächlich um gute Überschriften, Einleitungen und Bildunterschriften (Titel, Teaser, BU). Pits Regeln sind darauf zugeschnitten, aber meist auf den ganzen Text anwenderabel***.
Pits Ästhetikregeln
- Überschrift nicht als Selbstzweck: Sie richtet sich in erster Linie nach dem Inhalt, in zweiter Linie nach dem Stil / dem Klang.
- Eindeutig: Die Überschrift muss alleine stehen können. Braucht sie den Teaser als Erklärung, ist sie nicht eindeutig.
- Das Wichtigste steht in der Überschrift und es wird zu Beginn des Textes (im Portal) wieder aufgefasst.
- Keine Produktenttäuschung: Suggeriere nichts in der Überschrift, was nicht auch im Text bis zum Portal kommt. Das Wichtige gehört auch nicht an das Ende des Textes.
- Doppelte Ebene: Eine Ebene für den Feinschmecker, eine für den Grobmotoriker. So erreicht man alle Leser.
- Schreib deutsch.
- Schreib positiv: Keine Verneinung ("un" als Notlösung)
- Verwende immer nur ein sprachliches Bild (für die Feinschmecker-Ebene)
- Interpunktion dann, wenn sie für Klarheit sorgt. Schlagwort mit Doppelpunkt ist dann schön, wenn es tatsächlich eine Folgerung o.ä. Ausdrückt. Keine Trennzeichen und Anführungsstriche nur bei Zitaten. Worte die Anführungsstriche benötigen sind schlecht - finde ein Synonym, das keine braucht!
- Wörter da koppeln, wo es für Klarheit sorgt.
- So wenig Info wie möglich, so viel wie nötig.
- Keine Fragezeichen und Fragewörter (außer bei Debatten: Was meinen Sie / meint X dazu?) Journalisten sind dazu da, Antworten zu geben
- Adverbiale Bestimmungen nicht über zwei Zeilen trennen (gilt nur für Print)
- Vor dem Losschreiben ein 5-Satz Arbeitsmotto der Geschichte aufschreiben. Kann ich das Thema in 5 Sätzen nicht wiedergeben, taugt es nicht.
- Keine Abkürzungen
- Aus Respekt keine Wortspiele mit Personen-Namen. Auch keine Wortspiele wie: Pillen für Apotheker, Teufel/Engel, Musik/Takt, Auto/Stau etc. Diese Spiele haben meist keinen inhaltlichen Bezug und sind zu alt und abgedroschen.
- Ziffern müssen Ziffern bleiben: Wenn man in der Überschrift damit anfängt, muss man sie auch durchhalten, das ist Leserfreundlicher.
- Präsens besser als Perfekt, weil es näher dran ist (wenn der Vorgang schon abgeschlossen ist kommt man am Perfekt aber nicht vorbeit)
- Denk an die Zielgruppe: schreibe für Deinen Leser. Damit unterstreicht man auch den Anspruch den man hat.
** Journalistische Berufsbildung (JBB): Dort besuchte ich 2004 im Rahmen meines Volontariates drei Seminare, die ihr Geld mehr als wert waren. Der JBB ist eine Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) und der Zeitungsverleger (VSZV) Baden-Württemberg und veranstaltet die Seminare speziell für Print-Volontäre, was ihre Eignung für Online-Volontäre aber nicht schmälert.
* Literaturliste
- Ludwig Reiners "Stilfibel"
- Sebastian Sicks "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod"
- "Handbuch des Journalismus" von Wolf Schneider und Paul-Josef Raue
305 Kommentare

Ich möchte die Leseraktion von
[Stern.de] aufnehmen (unten ausführlicher) und auch Euch fragen: Was habt Ihr für Ideen zum Klimaschutz? Schreibt mir Eure Ideen als
»» Kommentar zu diesem Eintrag.
Falls Du noch nicht weißt worum es genau geht: Hier eine
[deutschsprachige Kurzzusammenfassung] des heute erschienenen vierten Klimaberichts der Vereinten Nationen (UN).
Mit bestem Dank an Angelika Unger für die Übernahme meiner Kurzgeschichte für die Leseraktion.
Leseraktion:
Was tun Sie für den Klimaschutz?
02.02.2007 - Das Klima der Erde geht uns alle an - und jeder einzelne kann etwas gegen die Erderwärmung tun. Auch kleine Schritte sind wirkungsvoll. stern.de sucht Ihre Ideen, wie man Klimaschutz im Alltag umsetzen kann.
"Wenn Du Dir in 10 Jahren keine Tomaten mehr leisten kannst, weil die Ernteausfälle in Spanien wegen Dürre die Preise auf das Dreifache katapultiert haben;
wenn für Dich in 20 Jahren ein Wochenende in den Alpen unbezahlbar geworden ist, weil die Skigebiete im Jahr nur noch drei schneesichere Wochen haben;
wenn in 30 Jahren, während Du im Büro sitzt, Dein Auto in der Garage unter Dir absäuft, weil gerade der neue Deich der Hamburger Hafencity gebrochen ist; wenn Du in 40 Jahren an der Nordsee keinen Strand mehr findest, sondern nur noch einen Strandkorb auf einem um fünf Meter erhöhten und 25 Meter verbreiterten Deich, weil ein halber Meter Meeresspiegelanstieg und Küstenschutz ihren Tribut einfordern;
wenn Du in 50 Jahren Deinen Kindern eine Welt hinterlassen hast, die noch mehr als heute schon aus den Fugen geraten ist - eine Welt, in der hunderte von Millionen Menschen zu Flüchtlingen vor Dürre- und Überschwemmungskatastrophen geworden sind;
machst Du dann endlich mit?"
Und was tun Sie?
Mit diesen Worten fasst stern.de-Autor Thomas Langkamp das Ausmaß des Klimawandels zusammen. Denn auch wenn uns das Eis auf dem Nordpol weit weg erscheinen mag - das Klima der Erde geht uns alle an.
Nicht nur Politiker und Wirtschaftsbosse sind gefragt - jeder einzelne von uns kann etwas gegen die Erderwärmung tun. Viele Menschen sind auch durchaus bereit dazu: Bei einer Umfrage im Auftrag des stern sagten 80 Prozent der befragten Autofahrer, sie seien dazu bereit, beim nächsten Autokauf ein sparsameres Auto wählen, um den Ausstoß von Kohlendioxid zu vermindern. 51 Prozent der Befragten würden auf Urlaubsflüge verzichten, 50 Prozent weniger heizen.
Gute Vorsätze - aber so lange wir trotzdem im Urlaub nach Australien fahren statt an die Ostsee, so lange wir im Supermarkt Ananas aus Thailand kaufen statt Äpfel aus dem Alten Land, so lange sind das nur schöne Worte.
Wir wollen wissen, was Sie schon heute tun, um die Erderwärmung aufzuhalten. Schicken Sie eine E-Mail an stern.de. Die besten Ideen werden veröffentlicht.
Quelle:
[Stern.de/Wissenschaft/Natur/...]
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