Moin moin liebe Ersties,
hier könnt Ihr PDF oder ODT-Versionen der Übungsblätter herunterladen. Das ODT lässt sich mit OpenOffice bearbeiten, so dass Ihr die Lösungen direkt zwischen die Zeilen tippen könnt. Ich freue mich aber auch auf handgeschriebene Zettel. Bitte die Lösungen
nicht per Mail einsenden, sondern in den FSR-Briefkasten werfen - Danke!
Vorlesung Geodatenanalyse B Statistik und Regionalforschung
- Übungsblatt 1:
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- Übungsblatt 2:
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- Übungsblatt 3:
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- Übungsblatt 4:
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- Übungsblatt 5:
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Vorlesung Physische Geographie A Relief, Boden und Wasser
- Übungsblatt 1:
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(Start: 05.2005)
Seit Abschluss meines Geographiestudiums arbeite ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am
[Klimacampus] der Universität Hamburg
[eigene Institutsseite] im Rahmen des Forschungsclusters
[CLISAP];
Es folgt eine Dokumentation ausgewählter Arbeiten.
eine Auswahl der besten Arbeiten
- Diplomarbeit 8. Semester: Konfiguration, Kalibrierung und Validierung des
mesoskaligen Klimamodells WRF ARW 3
- auf dem Weg zu hoher Auflösung für precision farming Anwendungen
Abstract -
The diploma thesis contains an introduction of global climate modeling and of precision farming in context with regional mesoscale climate models. It also embrace installation, configuration, calibration, and partly validation of the mesoscale / regional climate model “Advanced Research core of the Weather Research & Forecasting Model” (recursive acronym: WRF ARW; version 3.0.1). The analysis covers 2 m air-temperature and precipitation which are calibrated and validated versus data logger measurement of the DWD (Deutscher Wetterdienst) climate stations collective at daily and monthly resolution.
The investigated area is located in the German federal land Saxony-Anhalt around the village Wulfen and the Köthen plain. Especially the quality of ARW 3 at resolutions of 15 and 5 km will be proven and the added value of increased horizontal resolution will be compared. Also a small sensitivity analysis of precipitation at different domain sizes will be done. All analyzed data (except some DWD data) are available for free download: »» tomblog.de/tieflader/projekte/dipl_WRF_langkamp.rar (~ 14 MB).
Target audience -
The text aims to be understandable for students of all geosciences. The target audience in special are students of geography, meteorology, and cognate disciplines with a particular interest in climatology and climate modeling. For advanced modelers there should also be some interesting, perhaps even new facts in terms of the latest WRF version 3.1.
die Diplomarbeit mit Daten und Tabellen als »» RAR-Paket herunterladen
die komprimierte Diplomarbeit mit kleinerer Schrift etc. als »» PDF herunterladen
die unkomprimierte Diplomarbeit als »» PDF herunterladen
(Status: fertig | Stand: Mai 2009)
- Hausarbeit 7. Semester: Dreidimensionale globale Klimamodellierung
und ausgewählte Zirkulationsmodelle
(General Circulation Models, GCM)
Abstract -
An Introduction to global climate modelling
and a brief picture of the climate models
European Center HAMburg Model (ECHAM)
and the Community Earth System Model (COSMOS)
of the Max-Planck-Institute for Meteorology (MPI-M), Hamburg
and the Community Climate System Model (CCSM)
of the National Center for Atmospheric Research (NCAR), Boulder, Colorado.
Also some informations on data, reanalysis, distribution and computational facts about prior and state-oft-the-art number crunchers development.
Last but not least some of the GCM findings in the Assessment Report 4 (AR4)
of the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC).
oder
Eine Einführung in die Welt klimawissenschaftlicher Akronyme ;-). Zur besseren Leserlichkeit wurde zumindest weitgehend auf Abkürzungen verzichtet. Viel Spaß beim Lesen.
Target audience -
The level of the text aims to be generally understandable. The audience are students of geography, social sciences and interested laymen. For advanced students such as of meteorology there may be some interesting facts, but one of the textbooks named in the bibliography may be more useful.
die Hausarbeit als
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die passende Präsentation als
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Inhalt der Präsentation:
- Motivation hinter GCM-Entwicklung & Kernaussagen AR4
-
Institute, Modelltypen, Modellgitter und Parametrisierung
-
Beispielmodell ECHAM5 aus Hamburg
-
Number Cruncher für Leistungshungrige Modelle
-
Modellergebnisse aus dem AR4
(Status: fertig | Stand: August 2008)
- Hausarbeit 6. Semester: Tropische Wirbelstürme (Entstehung, Verbreitung und Impakt)
Im Rahmen des Oberseminars "Georisiken" gehen Nora Thiessen und ich detailliert auf das Phänomen tropischer Wirbelstürme ein. Auf über 50 Seiten mit 40 Abbildungen und Tabellen werden neben den verständlich erläuterten Grundlagen auch tiefergehende Problematiken erörtert: Zum Beispiel die Vergleichbarkeit von historischen und aktuellen Schadensstatistiken sowie die aktuelle Forschung in Bezug auf Klimawandel und eine mögliche Intensivierung von Hurrikanen angerissen.
die Hausarbeit als
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(Status: fertig | Stand: Dezember 2007)
- Hausarbeit 5. Semester: Die Modellierung natürlicher Klimaschwankung mittels numerischer Simulation (Modellannahmen, -parametrisierung und Evaluation der Ergebnisse)
Anhand eines einfachen Energiebilanzmodells erläutere ich, wie man mit einer einzigen simplen Formel schon die globale Durchschnittstemperatur unserer Erde inklusive Treibhauseffekt aus dem Strahlungshaushalt von Athmosphäre und Ozean berechnen kann. Einführende und weiterführende Informationen, sowie eine detaillierte Bewertung der Möglichkeiten und Grenzen von Klimamodellen sollten die Arbeit sowohl für Fachfremde als auch fortgeschrittende Studenten aller Geowissenschaften interessant und verständlich machen.
Mein Dank für Idee und Unterstützung gilt Dipl.-Geograph Helge Dietrich, der es formal überhaupt erst möglich machte, dass ich dieses Thema im Rahmen des Mittelseminars so ausführlich behandeln konnte.
die Hausarbeit als
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(Status: fertig | Stand: August 2007)
- Hausarbeit 3. Semester: Resourcenfluch und Bürgerkrieg
Eine Hausarbeit zur politischen Geographie in die ich viel Energie investierte und auf die ich sogar ein bisschen stolz bin :-). Thema sind die Thesen der Weltbank zum Ausbruch von Bürgerkriegen. Ich stelle eine empirische Studie der Weltbank vor, die zeigen soll, dass Bodenschätze und andere finanzielle Faktoren das Risiko eines Bürgerkriegsausbruchs erhöhen. Professor Oßenbrügge, Geschäftsführender Direktor des Geographie-Instituts der Uni Hamburg, bezeichnete die Arbeit als "klasse" und "ausgezeichnet" und benotete sie entsprechend. Historiker und Publizist Dr. Ulrich Speck »» zitiert meine Arbeit lobend.
Langfassung (Hausarbeit) als
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Kurzfassung (Handout) »» sofort lesen
Kurzfassung als
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Präsentation als
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(Status: fertig | Stand: Januar 2006)
weitere Arbeiten (chronologisch)
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Die fertige Diplomarbeit inklusive der wichtigsten Daten und Tabellen. Außerdem eine komprimierte Version mit kleineren Bildern, Schriften etc.
Diplomarbeit mit Daten und Tabellen als
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komprimierte Diplomarbeit als
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unkomprimierte Diplomarbeit als
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Im Rahmen des Hauptstudiums ging es quer durch Nordindien. Die
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Hausarbeit im Vorbereitungsseminar fertigte ich wie die dazugehörige
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Präsentation zusammen mit Ivo Garloff an.
Thematisch beschäftigte sich die Arbeit mit der historischen Stadtentwicklung Indiens, sowie aktuellen Stadtstrukturen und -problemen.
Auf der Exkursion selbst musste jeder ein zweites Thema bearbeiten, meines war einer der vielen kontrovers diskutierten Großstaudammprojekte. Dazu sollte ein 1-2 seitiges
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Handout auf englisch angefertigt und vor Ort vorgetragen werden. Nach der Exkursion wurde dieses durch ein
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Tagesprotokoll ergänzt.
Hier noch die in den 3 Wochen bis Ende März befahrene Route:
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Mein erster Bericht für
[spiegel.de]. Mit herzlichem Dank an Jens Lubbadeh für das Feedback und die gute Zusammenarbeit.
KLIMAWANDEL:
Schmelzendes Grönlandeis lässt Meeresspiegel schneller steigen
19. Februar 2008 - von Thomas Langkamp
Grönlands Gletscher schmelzen - nur wie schnell? US-amerikanische Forscher haben das Abtauen des Eisschilds nun genau untersucht. Das Ergebnis: Der Meeresspiegel wird doppelt so schnell steigen wie bisher gedacht.
Auf Grönland liegen gewaltige Wassermengen - zu Eis gefroren. Im Schnitt zwei Kilometer dick ist der Eisschild, der die Insel fast vollständig bedeckt. Würde Grönlands Eis vollständig abschmelzen, und das Wasser in die Meere fließen, stiege der Meeresspiegel um sieben Meter an. Die Frage lautet nicht mehr ob, sondern nur noch: Wie schnell wird Grönlands Eis schmelzen und der Meeresspiegel steigen?
...
zum veröffentlichten Text auf:
[spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel/...]
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Professor Hans von Storch und Professor Mojib Latif - beide anerkannte Klimaexperten - lieferten sich in Kiel ein hochinteressantes Wortgefecht. Ausgetragen wurde dies im Rahmen einer vom Spiegel moderierten Diskussionsrunde in einem Hörsaal der Uni Kiel. Die aufschlussreiche Aufzeichnung des anderthalbstündigen Diskussionsmarathons kann hier
[als wma (31 MB) anghört] oder
[als wmv (341 MB) angeschaut] werden. [Quelle:
[Hans von Storch]].
(Eine
»» ähnliche Diskussion mit Hans von Storch und anderen Experten fand im März 08 statt - organisiert von meiner "Klimafreunde"-Truppe Hamburg.)
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Ein Bericht für
[Stern.de]. Mit herzlichem Dank für die gute Zusammenarbeit an Jens Lubbadeh (Redakteur Stern.de).
Die hier stehende Fassung wurde durch aktuelle Informationen vom 16. August zur Entwicklung von Hurrikan Dean ergänzt. Die auf stern.de veröffentlichte Fassung enthält den Stand vom 15. August und unterscheidet sich außerdem im Aufbau. Der Absatz zu "Dean" wurde an den Anfang des Textes gezogen, was die Dramaturgie etwas stört ;-), deshalb hier meine Fassung.
Hurrikansaison 2007:
Die Ruhe vor dem Sturm
16. August 2007 - Von Thomas Langkamp
Seit Jahren werden wir gewarnt vor mehr Wirbelstürmen im Atlantik infolge der Klimaerwärmung. Doch nach der verheerenden Hurrikan-Saison 2005 hielt der Trend der Vorjahre 2006 nicht an. Und 2007, mitten in der Sturm-Hochsaison, hatte es im Atlantik noch keinen Hurrikan gegeben. Das ändert sich nun: Hurrikan "Dean" wächst und wächst.
Allein 2005 forderten die Hurrikane Wilma, Rita, Katrina und ihre zerstörerische Gefolgschaft in den USA mehr als 2.000 Menschenleben. Katrinas Sturmflut durchbrach Deiche und setzte die Großstadt New Orleans zu 80 Prozent unter Wasser. Mehr als die Hälfte der ursprünglich 440.000 Einwohner hat bis heute der verwüsteten Stadt den Rücken gekehrt.
Seit 1850 werden Wirbelstürme regelmäßig dokumentiert. Insgesamt 28 tropische Stürme tobten 2005 über den Atlantik, davon 15 mit der Hurrikanstärke von mindestens 118 Kilometern pro Stunde. Rekord. Die Versicherungswirtschaft verbuchte ebenso rekordverdächtige Schadenssummen. Besorgt fragte sie sich, was 2006 noch kommen würde. Als dann die großen Verwüstungen ausblieben, mussten sich manche Wissenschaftler von der US-Behörde für Ozean und Atmosphäre (NOAA) wundern. Anzahl und Stärke der Stürme über dem Atlantik entsprachen entgegen ihrer Vorhersagen ganz und gar dem Durchschnitt, der bei rund zehn tropischen Stürmen liegt, darunter sechs mit Hurrikanstärke.
Gründe für die nur durchschnittliche Saison 2006 waren das Wetterphänomen El Niño sowie geringe Temperaturunterschiede zwischen den drei großen Ozeanen Atlantik, Pazifik und Indik, die unerwartet dazwischen funkten.
2007 wird stürmisch
Jedes Jahr gibt das Nationale Hurrikan Zentrum (NHC) der NOAA zwei Prognosen für die Hurrikansaison ab; die erste etwa zwei Wochen vor Beginn der Saison Mitte Mai und die zweite rund einen Monat vor ihrem statistischen Höhepunkt am 10. September. Offiziell dauert die Saison vom 1. Juni bis zum 30. September; nur selten verirren sich Hurrikane in den Januar oder den April.
[Im Mai prognostizierten die Forscher eine überdurschnittliche Sturmaktivität] und bleiben auch in ihrer [aktuellen Vorhersage vom 9. August] dabei. Doch der erste richtige Hurrikan 2007 lässt noch auf sich warten. Zwar war schon knapp die halbe Saison abgelaufen, trotzdem formten sich bisher nur drei tropische Stürmchen mit einer Spitzengeschwindigkeit von 95 Kilometern pro Stunde: Andrea und Barry wehten schon im Mai, dann folgten zwei Monate vollkommene Flaute und am 28. Juli pustete Chantal nahe den Bahamas die Grashalme krumm. Das Jahr 2007 schien den Wind regelrecht zu verschlucken.
"Es könnte jeden Moment losgehen“
Historisch gesehen, kommt der sturmreichste Monat jedoch noch. Seit 1851 produzierte der September die meisten Stürme, 459 an der Zahl, gefolgt von August und Oktober mit 344 zu 280. In den verbleibenden dreieinhalb Monaten der Saison wird es also verdammt stürmisch. Will sich Wettergott Thor an die Prognosen der NOAA halten wird er 13 bis 16 tropische Stürme und davon 7 bis 9 Hurrikane über den Atlantik schicken.
Der renommierte Hurrikan- und Umweltpolitikforscher [Roger Pielke, Jr. von der Universität von Colorado], die als zweites Institut Hurrikanvorhersagen tätigt, erläutert die Situation stern.de:
„Die Sturmforscher sind sich einig, dass es zwischen einem ruhigen Saisonstart und der Sturmaktivität der Saison insgesamt keinen Zusammenhang gibt. Es könnte jeden Moment losgehen.“
Und es geht los
Mit dem herannahen eines jeden Hurrikans wird die Ölindustrie nervös. Am Abend des 13. August ging eine erste Ad-hoc-Meldung über die Börsenticker:
„Der Ölmarkt [wird] jetzt zunehmend vom Wetterbericht aus dem mittleren Atlantik beeinflusst. [...] jetzt bewegt sich ein Tiefdruckgebiet im mittleren Atlantik, das sich nach den Modellen der Wetterforscher zum ersten atlantischen Hurrikan der Saison entwickeln könnte.“
Toben die Stürme über das Meer, können Öltanker ihren sicheren Hafen nicht verlassen oder müssen Umwege in Kauf nehmen. Die zahlreichen Bohrinseln im Golf von Mexiko müssen die Förderung stoppen, Öllagerstädten und Raffinerien an Land könnten beschädigt werden. Und tatsächlich geht die [alle sechs Stunden aktualisierte Wetterbesprechung der NOAA] davon aus, dass sich Dean zu einem sehr starken Hurrikan entwickelt. In fünf Tagen soll er Windspitzen von über 260 Kilometern pro Stunde (140 Knoten) erreichen. Bei einer mittleren Windgeschwindigkeit von 213 Kilometern pro Stunde fiele Dean damit in Kategorie 4 von maximal 5.. Höchstwahrscheinlich wird er auf Land treffen. Ein möglicher Verlauf in den nächsten Tagen zeigt eine Route, die direkt über die Dominikanische Republik, Puerto Rico und Kuba verläuft.
Klimawandel = mehr Stürme? Was die Zukunft bringt
Im Zusammenhang mit dem Klima müssen alle Stürme weltweit betrachtet werden und nicht allein jene über dem Atlantik. Über dem Ost-Pazifik beispielsweise brachte die Saison bereits zwei Hurrikane und vier weitere tropische Stürme. Der Pazifik wird in der europäischer Berichterstattung und der öffentlichen Wahrnehmung des öfteren „vergessen“, da uns wirtschaftliche Schäden dort weniger treffen.
Zur weltweiten Sturmaktivität erscheinen fast monatlich neue Studien, die widersprüchliches behaupten. Zuletzt erklärten amerikanische Forscher vom National Center for Atmospheric Research, dass die Anzahl der Hurrikane 1930 und 1995 jeweils sprunghaft um 50 Prozent zugenommen habe. Dies passe gut zu einer größeren Erwärmung der Meeresoberflächen jeweils wenige Jahre zuvor. Die Studie berücksichtigt nur nicht, dass die Erfassung von Wirbelstürmen erst mit Beginn der Satellitenära lückenlos ist. Viele Wirbelstürme toben über offenem Gewässer und wurden Anfang des Jahrhunderts einfach übersehen, vermuten die Kritiker der Studie.
In einer anderen Studie, ebenfalls Ende Juli veröffentlicht, warnten Forscher von der Universität von Kastilien-La-Mancha in Toledo davor, dass Wirbelstürme am Ende des 21. Jahrhunderts über dem Mittelmeer auftreten könnten. Dazu müsste sich das Oberflächenwasser über die kritischen 26,5 Grad Celsius erwärmen. Doch solche Vorhersagen entstammen noch zu grob aufgelösten regionalen Klimamodellen, die mit starken Unsicherheiten behaftet sind. Erst in einigen Jahren werden Supercomputer schnell genug sein, um Hurrikane fein genug simulieren zu können.
(Jenes Mittelmeer-Modell rechnete mit einem Raster von horizontal 50 km Maschenbreite, was Hurrikane nur grob abbilden kann. Der Durchmesser eines Hurrikans beträgt zwischen 100 und 700 Kilometern. Hinzu kommt, dass regionale in globale Modelle eingebettet sind. Die globalen Modelle arbeiten jedoch mit einer noch gröberen Maschenbreite und lieferten dem Mittelmeermodell an seinen Rändern somit nur ungenaue Werte. Heutige Supercomputer sind nicht in der Lage wirklich feine Netze in angemessener Zeit zu berechnen. Denn eine Halbierung der Maschenbreite [in allen drei Dimensionen sowie im Zeitschritt] zieht einen sechzehnfachen Rechenaufwand nach sich.)
Warum 2006 so „windstill“ war
El Niño (spanisch für „das Christkind“) ist ein natürlich auftretender Sturmbremser. Alle drei bis sieben Jahre sorgt er zur Weihnachtszeit dafür, dass sich vor Peru ungewöhnlich warme Wassermassen stauen. Gleichzeitig entstehen so genannte Scherwinde über dem Atlantik, die wir als Turbulenzen aus dem Flugzeug kennen. Sie zerstreuen Hurrikane, schon bevor sie sich aufbauen können. Den Wirbelstürmen war es 2006 also zu windig, da El Niño für Scherwinde sorgte.
Und noch etwas gutes hat El Niño, der eigentlich für Überschwemmungen und den Zusammenbruch der Fischereiindustrie an der Westküste Südamerikas bekannt ist: Er hält die dennoch entstehenden Hurrikane vom amerikanischen Festland fern, indem er die aus Osten wehenden Passatwinde umdreht. So drücken sie gegen die Zugbahn der Wirbelstürme. Nur einer der fünf Hurrikane von 2006, Ernesto, konnte bei diesem Gegenwind die amerikanische Ostküste erreichen und größere Schäden anrichten.
Dieses Jahr wacht jedoch El Niños Schwester La Niña (spanisch für „das Mädchen“) über den Ozean. La Niña lässt kühlere Wassermassen aus dem Humboldtstrom den Äquator nach Westen hinauf strömen. Das vermindert Luftdruckunterschiede zwischen den Ozeanen, welche sonst die Scherwinde anfeuern. Dann wird’s stürmisch.
EXTRAS (nicht auf stern.de)
PDF-Übersichtstabelle zu vergangenen Hurrikan-Jahren herunterladen
(Inkl. Durchschnittswerten, Schäden, Anzahl verlorener Menschenleben und zahlreiche Verweise auf Graphen zur Entwicklung der Hurrikanzahl in den letzten Jahrzehnten.)
Wie entstehen El Niño und La Niña genau?
El Niño tritt in unregelmäßigem Abstand von 3 bis 8 Jahren jeweils im Winter auf. Der Name beschreibt eine natürliche Wetteranomalie, die von erwärmtem Oberflächenwasser nahe dem Äquator im Pazifik ausgelöst wird. Woher aber kommt das warme Wasser?
Der Humboldtstrom transportiert in der Regel kaltes Wasser aus der Antarktis und fließt entlang der Anden (Westküste Lateinamerikas) nach Norden. Ist er am Äquator angelangt, wird er von den Passatwinden nach Westen abgelenkt. Auf seinem Weg entlang des Äquators erwärmt sich das Oberflächenwasser und staut sich an den Küsten Australiens und Indonesiens auf.
Verschieben sich die Passatwinde weiter nach Norden, können sich die vor Australien und Indonesien aufgestauten warmen Wassermassen abbauen. Sie fließen zum Teil entlang des Äquators zurück in Richtung Anden und drängen dort den Humboldtstrom zurück.
So wird der Nachschub kalten Wassers unterbrochen und der Ostpazifik erwärmt sich stärker als gewöhnlich – im 3-monatigen Mittel um bis zu 2,5 Grad Celsius – je nachdem wie stark El Niño ausfällt. Mit dem Zurückdrängen des Humboldtstroms und den neuen Temperaturverhältnissen geht auch eine Änderung des äquatorialen Windsystems über dem Pazifik (Walker-Zirkulation) einher. Den normalerweise vorherrschenden Ostwinden (Passate) in der unteren Troposphäre wird der Antrieb genommen. Normalerweise steigt die Luft im warmen Westen vor Australien und Indonesien auf, weht in der Höhe zurück zum kalten Wasser der südamerikanischen Küste, fällt dort hinunter und weht über den Pazifik zurück Richtung Australien. Fehlt der Temperaturunterschied oder wird er gar umgekehrt, schwächt das die Walker-Zirkulation ([Shema]).
Dies führt zu schwächeren Scherwinden über dem Ostpazifik und damit zu verstärkter Hurrikanaktivität. Über dem Atlantik hingegen verstärkt El Nino mit schnellen und hohen Westwinden die Windscherung. Die atlantische Hurrikansaison wird abgeschwächt.
Das alles geschieht innerhalb weniger Monate und bringt das Wetter vollkommen durcheinander. Der stärkste El Niño ereignete sich im Dezember 1997 und hatte verheerende Auswirkungen besonders auf Land- und Fischereiwirtschaft.
Die gesamte pazifische Ozean- und Windzirkulation wird ENSO genannt (El Niño Southern Oscillation). Sie besteht aus drei Phasen: Aus dem „normalen“ Zustand, aus El Niño und aus La Niña; letztere versteht sich als Gegenspielerin zu El Niño oder auch als Anti-El-Niño. Sie bringt sehr kaltes Wasser in den Ostpazifik. Das Auftreten einer ENSO-Phase kann laut Professor Latif inzwischen ein halbes Jahr im Voraus bestimmt werden.
- ein [Satellitenbild zur Anomalie der Meeresoberflächentemperatur beim 1997er El Niño] [Originalquelle NCEP, NOAA]
zum veröffentlichten Text auf:
[Stern.de/Wissenschaft/Natur/...]
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Ein weiterer Blitz-Kommentar für
[Stern.de]. Schon gestern fertig gestellt, musste er aufgrund der aktuellen Entwicklung komplett umgeschrieben werden. Die ursprüngliche Version ist vielleicht immer noch interessant zu lesen und
»» hier zu finden.
Das Ende der Ignoranz
07.06.2007 - Ein Kommentar von Thomas Langkamp
Der G8-Klimakompromiss ist enttäuschend und überraschend zugleich. Auf der Habenseite steht das Bekenntnis der USA zum UN-Klimabericht. Vor dem Gipfel hatten die Amerikaner noch eine harsche Absage auf ein EU-Klimapapier formuliert.
Es schien unmöglich, dass die USA sich auf konkrete Reduktionsziele einlassen würden. Erst recht nicht auf jene, die von der EU favorisiert wurden. Aufgrund des UN-Klimaberichts (IPCC 2007) hatte sich die Europäische Union festgelegt, die Erderwärmung auf noch beherrschbare zwei Grad zu begrenzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte die G8 auf dieses Ziel einschwören. Sie hatte versprochen, sich auf keine faulen Kompromisse einzulassen. Doch im gleichen Atemzug merkte sie noch vergangenen Samstag an, dass sie dieses Ziel für unrealistisch hielt. Der Grund: In einem vorab bekannt gewordenen [europäischen Entwurf für die diesjährige Abschlusserklärung zur Klimapolitik der G8-Staaten] lässt sich detailliert nachlesen, welche Passagen die USA gerne gestrichen und abgeändert hätten. Dort heißt es im Einstiegskommentar der USA:
"Die US-Regierung hat weiterhin fundamentale Bedenken in Bezug auf die Erklärung. [...] Der Umgang mit dem Klimawandel läuft unserer Positionen zuwider und überschreitet vielfach Grenzen. [...] Unsere Kommentare und Begründungen finden sich weiter unten im Dokument. Wir haben versucht, behutsam [zu streichen], aber können nur bis zu einem bestimmten Punkt gehen, angesichts unserer fundamentalen Gegenposition zur deutschen Position. [Deutsche Vorschläge zur Bekämpfung des Klimawandels und zum Kohlendioxid-Handel] sind mit dem Ansatz des Präsidenten zum Klimaschutz unvereinbar."
Im folgenden Entwurf sind jegliche Prozent- und Jahresangaben durchgestrichen. Auch dass bis zum Jahr 2050 der Treibhausgas-Ausstoß um 50 Prozent reduziert werden soll, wurde ausdrücklich an mehreren Stellen gestrichen und so als nicht verhandelbar gekennzeichnet. Nun gab Bush dem internationalen Druck nach und ermöglichte überraschend einen Minimal-Kompromiss. Die Reduktion um 50 Prozent solle mit Hinweis auf den IPCC-Klimabericht 2007 "ernsthaft in Erwägung" gezogen werden. Bush erkennt damit erstmals die wissenschaftliche Gültigkeit des UN-Berichtes an. Endlich.
Rückzieher jederzeit möglich
Für die Weltgemeinschaft wäre diese Abschlusserklärung ein Signal in die richtige Richtung. Solange aber die Worte "ernsthaft in Erwägung" nicht durch ein "wird umgesetzt" getauscht wurden, solange bleibt die Erklärung vage genug, dass die Bush-Regierung jederzeit einen Rückzieher machen kann. Und das wird geschehen, solange nicht alles nach seiner Vorstellung läuft. Zum Beispiel sollen laut Bushs eigenem Klimaschutzplan erst die energiehungrigsten sieben Schwellenländer von China bis Indien auf Klimaschutzziele eingeschworen werden. Und das in Verhandlungen bis Ende 2008 - dem Ende seiner Amtszeit. Einer, der kurz davor steht, in den Ruhestand zu gehen, kann nicht ernsthaft Verhandlungen mit Aussicht auf Erfolg führen.
Der Kompromiss klingt, als wolle er sich zum Ende seiner Amtszeit noch einmal beliebt machen, um sich dann aus der Affäre zu ziehen. Gleichzeitig ist er eine Verzögerungstaktik: Denn was spricht dagegen, schon jetzt beim G8-Gipfel zu verhandeln, wo doch schon alle 15 wichtigen Länder geladen sind?
Auch Deutschland nur auf eigenen Vorteil bedacht
Enttäuschend ist, dass dieser Kompromiss laut Angela Merkel der größtmögliche war. Die Kanzlerin kann ihn sich dennoch zu Recht als Erfolg auf die Fahnen schreiben. Dass sie nicht mit mehr gerechnet hat, passt zu ihrer eigenen Haltung. Sie versteht sehr gut, dass jedes Land bei einer gemeinsamen Erklärung auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Sie selbst hat im Gespräch mit Kanadas Ministerpräsident Stephen Harper am vergangenen Montag auf eine für Deutschland vorteilhafte Regelung gepocht. Die Kanzlerin will die Emissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 reduzieren - wohlgemerkt nicht gegenüber 2006. Alleine durch den Zusammenbruch der Schwerindustrie in den ostdeutschen Ländern nach 1990 hat Deutschland schon einen guten Teil der Reduktion von 20 Prozent erreicht. Würde der Startwert nach Kanadas Wunsch auf 2006 vorverlegt, wäre dieser Vorsprung nichtig.
Es gibt nur eine gerechte Lösung. Der Startwert müsste für jedes Land auf den Zeitraum mit dem höchsten Treibhausgasausstoß gesetzt werden. Und Ost- und Westdeutschland müssten dabei getrennt behandelt werden, denn der Westen hat in den letzten Jahren den überwiegenden Treibhausgasausstoß verursacht. Die ostdeutschen Länder könnten argumentieren wie China: Warum sollen wir die Emissionen zurückfahren, wenn Ihr im Westen in letzter Zeit viel mehr Emissionen hattet und an der Erwärmung die größere Schuld tragt?
Diese Fragen gerecht zu regeln wird Aufgabe des Kioto-Nachfolgeprotokolls sein. In der G8-Abschlusserklärung soll festgelegt werden, dass Kioto-II bis spätestens 2009 ausgehandelt wird, bevor es Kioto-I zum Ende 2012 ablöst. In dem Klimaschutzprotokoll müssen dann mit konkreten Zielen und Grenzwerten alle energiehungrigen Länder unter einen Hut gebracht werden. Das scheint nach den Neuwahlen in den USA 2008 gut möglich.
Offiziell online bei:
[Stern.de/Wissenschaft/Natur/...]
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Der Kommentar musste entsprechend der aktuellen Entwicklung in windeseile noch umgeschrieben werden.
»» Hier die finale Version, die auf
[Stern.de] erschien. Und im Folgenden die ursprünglich geplante Version:
Eine Welle von Lippenbekenntnissen
Gleich die erste Arbeitssitzung des Gipfels in Heiligendamm trägt die Überschrift „Klimawandel und Energieeffizienz“. Die Welt hofft auf griffige Klimaschutzvereinbarungen, erwarten darf sie jedoch nichts.
Japan macht mit, Kanada und Russland machen mit, der EU-Club Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Italien macht mit und jetzt sogar die USA – damit wären die G8-Staaten vollständig mit eigenen Klimaschutzerklärungen zur Konferenz der Industrienationen angetreten. Eine mitreißende Welle im Kampf gegen den Klimawandel überrollt den Erdball. Sie erreicht sogar schon Schwellenländer wie China, die ebenfalls mit einer Delegation geladen sind. Bereits im Vorfeld hat China eine Klimaschutzerklärung vorgestellt, um nicht mit leeren Händen in die Verhandlungen gehen zu müssen.
Doch was ist das für eine Welle? Eine Welle der Lippenbekenntnisse – selbstverpflichtende Klimaschutzerklärungen ohne konkrete Zielwerte. Auf der Medien-Tribüne des G8-Gipfels wollen sich die Industrieländer keine Blöße geben und sich gegenseitig in ihren Klimaschutzerklärungen überbieten. Sie geben gute Absichten vor – geschrieben nach jeweils eigenen Regeln – um innenpolitisch gut dazustehen und gleichzeitig ihre Wirtschaft vor notwendigen Umbrüchen zu bewahren. So auch China, die USA und selbst die Vorreiter bei Energieeffizienz Japan und die weltbesten bei den erneuerbaren Energien: Deutschland. Sie alle setzen nach der ersten euphorischen Aufbruchstimmung auf kleinlauten Rückzug oder setzen sich nicht überprüfbare Ziele.
Ohne echten Ehrgeiz: China, Japan, die USA
China will zwar Energieeffizienz und erneuerbare Energien fördern, bis zum Jahr 2010 um 20 Prozent respektive 10 Prozent. Doch zu Zielen den Treibhausgasausstoß um einen konkreten Wert zu mindern, fand sich nichts in dem Papier. Das rasante Wirtschaftswachstum ließe nur zu den Ausstoß zu "kontrollieren", er wird faktisch weiter steigen.
Japan ließ am vergangenen Freitag (1. Juni) verlauten, es würde sich auf keine festen Reduktionsziele für Treibhausgase einlassen. Mitsui Sakaba, Sprecher des auswärtigen Amtes, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, es müssten erst alle wichtigen Staaten wie die USA mit ins Boot geholt werden. Vorher könnten keine Grenzwerte festgesetzt werden.
Nun sitzen die USA angeblich im Boot. US-Präsident George W. Bush hat keine Eile und schlug eine Langzeit-Strategie vor. Die 15 Länder mit dem weltweit größten Energiedurst sollen bis Ende 2008 – dem Ende seiner Amtszeit – in Washington ein globales Ziel aushandeln, um den Kohlendioxid-Ausstoß zu senken. Auch Zoll-Beschränkungen sollen fallen, um Umwelttechnologien besser austauschen zu können. Doch einer der Verhandlungen führen will, wenn er nicht mehr Amt ist – das klingt nach einem der sich aus der Affäre ziehen will und Verhandlungen hinauszögert. Warum nicht jetzt beim G8-Gipfel verhandeln, wo doch schon alle 15 geladen sind?
Klar ist – und das nicht erst seit dem Sondierungsgespräch zwischen Angela Merkel und George W. Bush am Mittwoch – dass die USA sich nicht auf konkrete Reduktionsziele für einzelne Länder einlassen werden. Erst recht nicht einlassen will sich Bush auf das von der EU favorisierte kritische 2-Grad- Ziel. Nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen und Empfehlungen des UN-Klimaberichts (IPCC 2007), hatte sich die Europäische Union (bisher als einzige) in einer gemeinsamen Erklärung auferlegt, die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen.
USA streichen Vorabversion der Klimaerklärung zusammen
Die ehemals ehrgeizige Bundeskanzlerin wollte auf dem Gipfel alle auf dieses Ziel einschwören. Sie hatte versprochen, sich auf keine weichen Kompromisse einzulassen. Doch im gleichen Atemzug merkte sie noch am vergangen Samstag an, dass sie die Einigung auf das 2-Grad-Ziel nicht erwartet.
Warum sollte sie auch? In einem vorab bekannt gewordenen Entwurf für die diesjährige Abschlusserklärung [siehe PDF] lässt sich detailliert nachlesen, welche Passagen die USA gerne gestrichen und abgeändert hätten. Dort heißt es:
„Die US-Regierung hat weiterhin fundamentale Bedenken in Bezug auf die Erklärung. [...] Der Umgang mit dem Klimawandel läuft unserer Positionen zuwider und überschreitet vielfach Grenzen, denen wir einfach nicht zustimmen können. [...] Unsere Kommentare und Begründungen finden sich weiter unten im Dokument. Wir haben versucht wenig zu ändern, aber können nicht weiter entgegen kommen, angesichts unserer andersartigen Ansichten, die im fundamentalen Gegensatz zur deutschen Position stehen.“
Im folgenden Dokument sind jegliche Prozent- und Jahresangaben durchgestrichen.
Im Jahr 2005 beim G8-Gipfel in Schottland war es das Gleiche. George W. Bush gab zwar erstmals zu, dass das vom Menschen produzierte Kohlendioxid das Klima aufheizt und dessen Ausstoß reduziert werden muss. Doch bei der Abschlusserklärung diktierte er den kleinsten gemeinsamen Nenner: Es gab weder verbindliche Grenzwerte noch Reduktionsziele.
(Link zur Erklärung von 2005, [Zusammenfassung] [alle Details])
Auch Deutschland nur auf eigenen Vorteil bedacht
An der Haltung der USA wird auch ein noch so großer öffentliche Druck wenig ändern können. Die Kanzlerin wirkt inzwischen zurückhaltend, wenngleich sie versucht Optimismus auszustrahlen. Das passt, denn sie versteht sehr gut, dass jedes Land auch bei einer gemeinsamen Erklärung, auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Sie selbst hat im Gespräch mit Kanadas Ministerpräsident Stephen Harper am vergangenen Montag auf eine für Deutschland vorteilhafte Regelung gepocht. Die Kanzlerin will die Emissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 reduzieren und nicht gegenüber 2006. Mit dem Zusammenbruch der Schwerindustrie in den ostdeutschen Ländern seit 1990 hätte Deutschland schon einen guten Teil der Reduktion von 20 Prozent erreicht. Würde der Startwert nach Kanadas Wunsch auf 2006 vorverlegt wäre dieser Vorsprung nichtig.
Doch es gibt nur eine gerechte Lösung. Der Startwert müsste für jedes Land auf den Zeitraum mit dem höchsten Treibhausgasausstoß gesetzt werden. Und Ost- und Westdeutschland müssten dabei getrennt behandelt werden, denn zuletzt hat der Westen den überwiegenden Treibhausgasausstoß verursacht. Die ostdeutschen Länder könnten argumentieren wie China: Warum sollen wir die Emissionen zurückfahren, wenn Ihr im Westen in letzte Zeit viel mehr Emissionen hattet und an der Erwärmung die größere Schuld tragt?
Was bleibt, ist die Hoffnung auf einen Politikwechsel in den USA, nach den Neuwahlen 2008. Und die Hoffnung, dass alle energiehungrigen Länder – so wie China es auch beabsichtigt – im Jahr 2013 einem noch auszuhandelnden Nachfolger des Kioto-Protokolls beitreten. Wenn dann alle an einem Strang ziehen, können sich aus den Lippenbekenntnissen der letzten Tage Erfolge entwickeln. Von dem jetzigen G8-Gipfel sollte man jedoch keine Fortschritte gegenüber der Erklärung von 2005 erwarten.
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